Anfang 2006 nahm die indigene Yuracaré-Gemeinde“Sanandita-TIPNIS” alternative Aktivitäten zur Koka-Produktion und Forstbewirtschaftung (die meistens nicht nachhaltig durchgefuehrt wird) auf, um zusätzliche Einkünfte in den Familien der Gemeinde zu sichern. Im selben Jahr wurde in Zusammenabeit mit der DELPIA-Stiftung (Lokale Entwicklung indigener Völker der Amazonas- und Andenregion) ein Projektplan entwickelt. Im nächsten Schritt wurde eine Reihe von Versammlungen und Verhandlungen durchgeführt, bei denen die Armut als eines der Hauptprobleme des Gebiets ermittelt wurde. Weitere Probleme und Bedrohungen stellen vor allem der Gebietsverlust durch das konstante Eindringen und Ansiedeln der Koka-Bauern in dem indigenen Gebiet dar. Seit vielen Jahren dringen Koka-Bauern in das Gebiet der Yuracaré und Trinitario ein, was dazu führte, dass ganze Gemeinden umsiedeln mussten. Aus diesem Grund richteten die Führer der Gemeinde Sanandita, CONISUR (Indigenenrat des Südens), CPITCO (Koordinationsstelle der indigenen Völker des tropischen Gebiets von Cochabamba) und die DELPIA-Stiftung die Strategie so aus, dass alle Projekte nicht nur Geldmittel erbringen, sondern auch das indigene Gebiet schützen, bewahren und stärken. .
Ende 2007 begann die Stiftung, auch mit Quetchua- und Aymara-Gemeinden in den subandinen Yungeña-Regionen (Gemeinde Independencia) zusammen zu arbeiten. Nach einer technischen Analyse wurde ein Programm zur Tourismusentwicklung gemäß den Prinzipien unseres Vorschlags des dualen Tourismus aufgestellt. Ein weiteres Projekt, das aufgenommen wurde, ist die ökologische Landwirtschaft mit traditionellen Techniken, um den Produkten einerseits einen höheren Marktwert zu verschaffen und andererseits um die Nahrungsgrundlage der Bewohner zu verbessern. Diese Aktivitäten fügten sich zudem sehr gut in das vorgeschlagene Tourismusprojekt ein.
Die bereits durchgeführten und auch aktuellen Projekte wurden und werden ohne jede Art von Finanzierung bestritten. Zu Beginn wurden die Aufgaben der Begünstigten (indigene Völker) und der Partner (Freiwillige der DELPIA-Stiftung) festgelegt, wobei auf die Beteiligung und Selbstbestimmung der indigenen Völker besonderen Wert gelegt wurde. Somit konnte bei den Begünstigten das Bewusstsein für die Entwicklung ihrer Gesellschaft durch eigene und nachhaltige Intitativen erweitert werden. Im dualen Tourismusprojekt der indigenen Gemeinde Sanandita hat die starke Motivation der lokalen Bevölkerung in hohem Maße zum Gelingen des Projekts beigetragen. Die Dorfbewohner haben in Eigenregie eine typische Hütte für die Touristen gebaut. Die DELPIA-Stiftung auf der anderen Seite half und hilft bis zum heutigen Zeitpunkt bei der Anwerbung und dem Empfang von Touristen im Büro in Cochabamba. Der gemeinsame Einsatz, einerseits das Interesse und die Arbeit der Gemeinde Sanandita und andererseits die professionelle und gemeinnützige Unterstützung der DELPIA-Stiftung haben zum Erfolg beigetragen, so dass dieses Tourismusprojekt jetzt als Beispiel für andere Gemeinden genutzt wird. Zudem konnten mit den Einnahmen aus dem Tourismus andere Projekte wie die Aufzucht von Jochi (den Meerschweinchen ähnliche Nagetiere) und die Honigproduktion begonnen werden.